Dr. Wilhelm Schüßler
Der Oldenburger Arzt Dr. Wilhelm Heinrich Schüßler lebte von 1821 bis 1898.
Mit 31 Jahren begann er Medizin zu studieren. Dies tat er in Paris, Berlin und schließlich in Gießen, wo er nach nur 5 Semestern und ohne Leistungsnachweis zum Doktor der Medizin promoviert wurde. Sein Antrag auf die medizinische Staatsprüfung zur Erlangung der Berufserlaubnis als Arzt wurde aber 1855 aufgrund des fehlenden Abiturs und den mangelnden Studienbelegen abgelehnt.
So holte er 1857 seine Reifeprüfung in Prag nach, doch schaffte er die anschließende Staatsprüfung aufgrund schlechter Leistungen nicht.
Dass ihm die Berufserlaubnis trotzdem erteilt wurde, verdankt Schüßler seinem Versprechen homöopathisch tätig zu sein und letztendlich den Bürgern Oldenburgs, die für ihn eine Unterschriftensammlung erstellten.
Nach 15 Jahren als homöopathischer Arzt entdeckte er schließlich die 12 verschiedenen Verbindungen, die im menschlichen Körper vorkommen und entwickelte daraus die "Biochemie nach Schüßler". Dieser Therapie liegen die 12 Mineralsalzverbindungen zugrunde, die, so Schüßler, selbst bei einem toten und verbrannten Körper noch in der Asche zu finden seien: Eisenphosphat, Kaliumchlorid, -phosphat, -sulfat, Kalziumfluorid,-phosphat,-sulfat,Magnesiumphosphat, Natriumchlorid, -phosphat, -sulfat und Silizium.
Seiner Meinung nach sind diese 12 Salze zur Therapie von fast allen Krankheiten und Beschwerden ausreichend, welche erst durch die Störung biochemischer Prozesse, also auch durch das Fehlen eines bestimmten Minerals, entstehen. Sein Gedanke war also folgender: wenn das gestörte Mineralstoffgleichgewicht der Zellen ausgeglichen wird, normalisiert sich auch ihre Funktionsstörung und Krankheiten werden geheilt.
Um die Wirkung im Sinne Schüßlers zu entfalten, müssen Schüßlersalze potenziert sein, das heißt sie werden wie in der Homöopathie "verdünnt" und es entstehen Potenzen wie D3, D6 oder D12.
Diesen Vorgang begründet Schüßler folgendermaßen: "Jedes biochemisches Mittel muss so verdünnt werden, dass die Funktion gesunder Zellen nicht gestört, vorhandene Funktionsstörungen aber ausgeglichen werden können".
Jedoch betonte Schüßler immer wieder, dass sich seine Behandlungsart von der Homöopathie abbgrenzt. So sagt er z.B., dass "die Biochemie mit der Homöopathie nicht identisch ist".
Seine Theorie veröffentlichte er erstmals in der "Allgemeinen Homöopathischen Zeitung" wo er auf viel Kritik und Skepsis aber auch auf Zustimmung stieß.
Doch auch noch in der heutigen Zeit finden die "12 Salze des Lebens" begeisterte Anhänger und Menschen, die versuchen, auf diese Art und Weise ihren Körper ins Gleichgewicht zu bringen.
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